Katharina Thalbach

… wurde in Berlin als Tochter der Schauspielerin Sabine Thalbach und des Regisseurs Benno Besson geboren. Ihre Bühnenlaufbahn begann im Alter von 13 Jahren als Meisterschülerin von Helene Weigel am Berliner Ensemble, wo sie mit einer viel beachteten Darstellung der Polly in „Die Dreigroschenoper“ glänzte. Anfang der 1970er Jahre spielte sie an der Berliner Volksbühne, ab 1976 – nach ihrer Ausreise aus der DDR – auch am Schiller Theater Berlin, wo sie 1992 schon einmal die Rolle des Hase in „Hase
Hase“ übernahm. Außerdem war sie an den Städtischen Bühnen Köln, dem Schauspielhaus Zürich und in Paris am Théâtre de Chaillot engagiert. Einem breiten Publikum wurde sie schon früh durch ihre Mitwirkung in großen Filmproduktionen wie „Lotte in Weimar“, „Die Blechtrommel“, „Engel aus Eisen“ und „Domino“ bekannt.
Ihr Regiedebüt gab sie 1987 mit Shakespeares „Macbeth“ in der Werkstatt des Schiller Theaters. Es folgten zahlreiche Regiearbeiten an deutschen Theater und Opernbühnen, darunter „Mann ist Mann“ und „Die Dreigroschenoper“ am Thalia Theater Hamburg, „Der Hauptmann von Köpenick“, „Don Juan“ und „Romeo und Julia“ am Maxim Gorki Theater Berlin, „Das schlaue Füchslein“ an der Deutschen Oper Berlin, und „Salome“ an der Oper Köln.
Inszenierungen der vergangenen Jahre waren „Die Fledermaus“ am Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon, „Cyrano de Bergerac“ am Schauspielhaus Bochum, „Amphitryon“ am Berliner Ensemble, Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“ am Grand Théâtre de Genève und zuletzt „Arturo Ui“ an der Comédie Française.
An der Komödie am Kurfürstendamm spielte und inszenierte sie „Ernst und seine tiefere Bedeutung“, „Wie es euch gefällt“, „Der Raub der Sabinerinnen“ und „Roter Hahn im Biberpelz.“ Zuletzt führte sie hier Regie bei „Die Glasmenagerie“.

Neben ihren vielen Theaterrollen ist Katharina Thalbach regelmäßig in Fernsehproduktionen und auf der Leinwand zu sehen. Dem Kinopublikum ist sie vor allem bekannt aus „Sonnenallee“ von Leander Haußmann, „Du bist nicht allein“ von Bernd Böhlich und Strajk von Volker Schlöndorff sowie den Kinderfilmen „Hände weg von Mississippi“, „Der Räuber Hotzenplotz“ und „Rumpelstilzchen“. Auf dem Bildschirm war sie u. a. in „Der Hauptmann von Köpenick“, „Gefährliche Freundin“, „Goebbels und Geduldig“, der sechsteiligen ORF-Doku „Die Preußen“ und der mehrteiligen ZDF-Komödie „Pommery“ zu sehen.
2011 spielte sie im Doku-Drama „Friedrich – Ein deutscher König“ den legendären Preußen-König Friedrich II. und in der Politsatire „Der Minister“ die Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auszeichnungen:
1980: Schauspielerin der Jahres der Zeitschrift Theater heute
1987: Deutscher Filmpreis als beste Darstellerin für ihre Rolle in Doris Dörries Kinofilm „Paradies“
1991: Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste Berlin
1996: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
1997: Adolf-Grimme-Preis für den Fernsehfilm „Gefährliche Freundin“
1997: Carl Zuckmayer-Medaille
2006: Bayerischer Filmpreis für „Strajk“
2007: Verdienstorden des Landes Berlin
2012: Deutscher Schauspielerpreis für ihr Lebenswerk
2013: Deutscher Fernsehpreis der Fernsehakademie als beste Nebendarstellerin in „Der Minister“
2014: Deutscher Hörbuchpreis für ihr Lebenswerk
2015: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
2019: Orden „Officier des Arts et Lettres“
       Ehrenpreis „Goldener Ochse“ des 29. Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern

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