Zuschauerzahlen raten

Mohamed El-Asmer

… wurde als 17-jähriger vom Regisseur Folke Braband für eine Inszenierung in der Vagantenbühne entdeckt. Von ihm hat er unter anderem gelernt: „Theater ist Verabredung“. Als Jürgen Wölffer für die Produktion „Spätlese“ die Rolle eines Krankenpflegers zu besetzen hatte, empfahl Braband ihm Mohamed. „Ich glaube wir haben ziemlich schnell verstanden, in welche Richtung das gehen soll“, erzählt er und schwärmt von der väterlichen Art Wölffers. Natürlich hatte er großen Respekt vor den viel älteren Kollegen wie Judy Winter und Chariklia Baxevanos. Deswegen hat er sie bei den ersten Proben erst einmal gesiezt. Die Bühnenpartner haben ihm aber schnell das Du angeboten. Besonders begeistert ist er von der Chariklia: „Sie spielt vieles total aus dem Instinkt heraus“, hat er beobachtet und zeigt sich begeistert von ihrem perfekten Timing. Nach der Premiere hat sich das Ensemble ein herrliches Spiel ausgedacht: „Zuschauerzahlen raten“. Wie das geht? Mohamed lacht: „Vor jeder Vorstellung haben wir uns hinter den geschlossenen Vorhang gestellt und anhand des Stimmengewirrs versucht zu bestimmen, wieviel Zuschauer im Saal sitzen“. Man könnte das auch Tippgemeinschaft nennen. Mohamed hat die Liste geführt. Wer am besten geschätzt hatte, bekam einen Punkt. Oft lag Judy Winter richtig. Wer verloren hatte, musste einen Drink spendieren.

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