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Außer Kontrolle
von Ray Cooney
„Außer Kontrolle“ heißt eine Komödie vom berühmten Ray Cooney aus London, die Martin Woelffer in Szene gesetzt hat und die 120 Minuten turbulent über die Rampe geht und jeden, aber wirklich jeden Zuschauer vor Lachen durchschüttelt. Das ist Kunst, das ist humorvolles Theater, das ist meist schwerer als ein Drama zu spielen und verlangt den Schauspielern äußerste Disziplin nebst Textsicherheit ab, da braucht jeder seine Kraftreserven, um das Tempo zu halten und muss sich dem Ensemble einordnen, muss warten können, bis die Lacher verklungen sind, damit keine Textzeile verloren geht, und muss dennoch seine Rolle individuell gestalten. Genau das kann man im Kudamm-Theater erleben, und einige Besucher der Voraufführungen wie auch der Premiere haben sich bereits schon Karten für ihren zweiten Besuch gesichert. [...] es ist wirklich ein Volltreffer. [...] alle geben ihr Bestes, sind genial, - und wenn am Schluss Jacques Breuer [...] mit seinen Kollegen auch noch die Beifallsstürme mitgestaltet, (als „Zugabe“ zauberhaft inszeniert von Martin Woelffer), dann möchte man seinen Dank auch in einer ganz besonderen Form abstatten. [...] ich ziehe meinen Hut und verbeuge mich ebenfalls. Und dieses Theater soll Berlin verloren gehen, soll abgerissen werden?
Peter Bosse, Spreeradio
[...] Jacques Breuer – toll! [...] Erbarmungslos zieht Ray Cooneys Farce „Außer Kontrolle“ im Kudamm-Theater die Schraube zum Irrsinn an. Komik steigert sich in Hysterie, die Schauspieler schwitzen sich die Seele aus dem Leib. Regisseur Martin Woelffer gibt dem Affen Zucker und schenkt seinem Publikum 2 Stunden Lachen nonstop.
Martina Kaden, BZ
Wer zur Pause enttäuscht das Weite sucht, hat das Beste verpasst. Das war schon vor fünfzehn Jahren so, als Ray Cooneys Krachschote "Außer Kontrolle" die Lachmuskeln am Kurfürstendamm in Bewegung brachte. Damals spielte Horst Buchholz den konservativen Minister Richard Willy, der ausgerechnet mit einer Sekretärin der Opposition in einer Hotelsuite sein Liebesnest aufschlägt. Diesmal sieht man Romanus Fuhrmann in der Rolle. Sie ist zwar wichtig, aber keineswegs die witzigste. Die gehört nämlich unbestritten dem Sekretär des Ministers. Dieser Kurt Ritgen ist ein Muttersöhnchen und auf den ersten Blick kein Spezialist für Katastrophenbewältigung. Genau so einer wird aber dringend benötigt. Denn in besagtem Hotelzimmer findet sich ein toter Mann.
Beim Publikum sind solche Leichen äußerst beliebt, zumal wenn sie immer im unpassendsten Augenblick aus dem Schrank kippen oder zwischenzeitlich ins Leben zurückkehren. Da ist Ritgen genau der richtige: er muss gegenüber dem prompt aufkreuzenden und hocheifersüchtigen Ehemann der Sekretärin, dem Hotelpersonal (und auch gegenüber der Leiche) tausend Lügen-, Bruder- und Bräutigamsrollen mit ständig wechselnden Namen spielen.
(...) Nach der Pause staunt man dann aber, wie die Farce an Tempo, Pointen und Spaßigkeit gewinnt. Fast scheint es, als sei Cooneys Stück ein paar Umdrehungen schneller als die Inszenierung. Die Verwicklungen, die sexuellen und sonstigen Verdächtigungen überschlagen sich. Ritgen steht unter gewaltigem Stress, plötzlich synchron die unverhofft vorbeischauende Gattin des Ministers und die Pflegeschwester der eigenen Mutti befriedigen zu sollen. Jacques Breuer eilt hier, in komischer Verzweiflung der Rolle, spielend allen anderen Darstellern davon. Keine Spur mehr von anfänglicher Höhenangst. Wobei wir die schauspielerischen Qualitäten des toten Mannes nicht außer Acht lassen wollen. Bruno Reinecker spielt ihn mit elastischer Hingabe, ganz ohne Leichenstarre.
(...) Guter alter Theaterschwank, mit allen Wassern gewaschen. Bestimmt nicht jedermanns Sache. Aber wer die Klamotte liebt, kommt bei diesem Sommervergnügen voll auf seine Kosten.
Beim Publikum sind solche Leichen äußerst beliebt, zumal wenn sie immer im unpassendsten Augenblick aus dem Schrank kippen oder zwischenzeitlich ins Leben zurückkehren. Da ist Ritgen genau der richtige: er muss gegenüber dem prompt aufkreuzenden und hocheifersüchtigen Ehemann der Sekretärin, dem Hotelpersonal (und auch gegenüber der Leiche) tausend Lügen-, Bruder- und Bräutigamsrollen mit ständig wechselnden Namen spielen.
(...) Nach der Pause staunt man dann aber, wie die Farce an Tempo, Pointen und Spaßigkeit gewinnt. Fast scheint es, als sei Cooneys Stück ein paar Umdrehungen schneller als die Inszenierung. Die Verwicklungen, die sexuellen und sonstigen Verdächtigungen überschlagen sich. Ritgen steht unter gewaltigem Stress, plötzlich synchron die unverhofft vorbeischauende Gattin des Ministers und die Pflegeschwester der eigenen Mutti befriedigen zu sollen. Jacques Breuer eilt hier, in komischer Verzweiflung der Rolle, spielend allen anderen Darstellern davon. Keine Spur mehr von anfänglicher Höhenangst. Wobei wir die schauspielerischen Qualitäten des toten Mannes nicht außer Acht lassen wollen. Bruno Reinecker spielt ihn mit elastischer Hingabe, ganz ohne Leichenstarre.
(...) Guter alter Theaterschwank, mit allen Wassern gewaschen. Bestimmt nicht jedermanns Sache. Aber wer die Klamotte liebt, kommt bei diesem Sommervergnügen voll auf seine Kosten.
Peter Hans Göpfert, Berliner Morgenpost
