Herbert Köfer
... war beim Sendeauftakt des Fernsehens in Berlin-Adlershof am 21. Dezember 1952 ebenso dabei wie in der allerletzten Stunde des Deutschen Fernsehfunks in der Silvesternacht 1991/92. Dazwischen liegen unzählige Filme, Bühnenrollen und rund eintausend Fernsehsendungen.Am Stadttheater im kleinen schlesischen Brieg stand Herbert Köfer 1940 zum ersten Mal als junger preußischer Kronprinz Friedrich auf der Bühne.
Nach Kriegsende ging Herbert Köfer zurück nach Berlin. Es folgen Engagements u. a. am Deutschen Theater, an der Volksbühne und am Kabarett „Die Distel“ sowie Arbeiten mit Regisseuren wie Victor de Kowa und Wolfgang Langhoff.
Der Deutsche Fernsehfunk startete mit Herbert Köfer als Moderator der allerersten Sendung. Man sah ihn als Nachrichtensprecher – und vor allem als Darsteller in heiteren Stücken. Seine Rollen in Familienserien wie zum Beispiel „Rentner haben niemals Zeit“ und zahlreichen Schwänken, die er zusammen mit Ingeborg Krabbe spielte, ließen ihn rasch zu einem populären und gefragten Schauspieler werden. Für viele unvergessen: seine Moderation der Fernsehsendung „Das blaue Fenster“. Dreizehn Jahre lang hieß es im Rundfunk insgesamt 700 Mal „Neumann, zweimal klingeln“.
Auf dem Bildschirm oder der Filmleinwand zeigten seine Rollen in der Produktion „Nackt unter Wölfen“ oder in den Fallada-Verfilmungen „Wolf unter Wölfen“ und „Kleiner Mann, was nun?“ den Charakterschauspieler Herbert Köfer.
1990 spielte er an der Seite von Brigitte Grothum in „Rosenemil“ am Berliner Hansa Theater. Es folgten neben vielen anderen Fernsehrollen die Fernsehserien „Auto-Fritze“, „Elbflorenz“, „Immer wieder Sonntag“, „Aber ehrlich“, „Leinen los für MS Königsstein“ und der ZDF-Mehrteiler „Liebesau – die andere Heimat“.
Am Theater am Kurfürstendamm spielte er in Horst Pillaus „Guten Tag, Herr Liebhaber“ und in Kästners „Das lebenslängliche Kind“. Das Dresdener Publikum kennt ihn aus den Komödien „Zwei ahnungslose Engel“ und „Der keusche Lebemann“. Zuletzt hatte er großen Erfolg als Al Lewis in Neil Simons „Sonny Boys“ und als Professor Crey, alias Schnauz, in „Die Feuerzangenbowle“. Bei den Berliner „Jedermann“-Festspielen stand er 2008 und 2009 im Berliner Dom auf der Bühne.
2002 wurde Herbert Köfer mit dem Medienpreis „Goldene Henne“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
2003 gründete er „Köfers Komödiantenbühne“, ein Tourneetheater, das mit einem - zum Teil festen - Ensemble seit nunmehr sechs Jahren sehr erfolgreich mit Komödien und Lustspielen auf den verschiedensten Bühnen des Landes zu Gast ist.
Im März 2008 kam seine Biografie „Nie war es so verrückt wie immer“ heraus, die in kürzester Zeit die Bestsellerliste eroberte und seit Februar 2009 in zweiter, erweiterter Auflage auf dem Markt ist.
